Lehrnbrief

    Johann Hosp II

    * 03.05.1687 Berwang
    + 02.11.1769 Simmern

ist der eigentlich Begründer unserer Hosp-Linie die in Simmern im Hunsrück Ihren Ursprung hat.

Das Außerferngebiet, in dem Berwang liegt, profitierte seit dem 13. Jh. vom Salzabbau in Hall/Tirol, denn um das Bodenseegebiet und den süddeutschen Raum zu erreichen, mußten die Fuhrwerke das Außerfern durchqueren. Ende des 17. Jh. kam es in Hall aber zu Produktionsschwierigkeiten, so daß sich die Bevölkerung des Außerfern nach neuen Erwerbszweigen umsehen mußte, wie z.B. dem Wanderhandwerk, der Heimarbeit oder dem Wanderhandel. Hiervon war auch Johann Hosp betroffen.
Vom 15.02.1705 bis 18.02.1708 erlernte er das Maurerhandwerk bei Christian Maldanner aus Namlos. 1709 war er Maurergeselle. Wie lange er Geselle war, ist nicht bekannt, aber 1717 erbittet er nachträglich eine Abschrift aus der Taufmatrikel und seinen Gesellenbrief. Der Original-Lehrn (=Gesellen-)brief der Maurerzunft aus Pirschbach (heute Bichelbach/Tirol) vom 19.01.1717 ist heute noch im Besitz der Familie.
Der Brief hat ein mächtiges Siegel des Freiherrn Johann Gandolf von Roste zu Aufhofen und Kelberg, Herr zu Singen und Meydtperg, der Römisch-Kaiser- auch Königlich katholischer Majestät pp., Kämmerer, Generalwildvogtmeister, Oberster Pfleger der Festung und Herrschaft Ehrenberg, auch daselbst wohlverordneter Zunft- und Schutzherr. Johann Hosp wird in dem Brief bescheinigt, daß er die gebräuchlichen Lehrjahre bei seinem Lehrmeister anständig ausgedauert und das Maurerhandwerk wohl erlernt und sich selbst fromm, ehrbar und treu gehalten habe.

1716 heiratet er in Simmern Elisabeth Wessong aus Roth bei Stromberg im Hunsrück. Vermutlich ist er um das Jahr 1715 nach Simmern gekommen und brauchte, um die Bürgerrechte zu erwerben, obige Dokumente. Die Pfalz war durch den spanischen Erbfolgekrieg stark verwüstet, so daß es hier für Handwerker sehr viel zu tun gab. Auch sein Bruder Matthias wird später nach Simmern auswandern.

Damit ist dieser Zweig der Sippe in Berwang ausgestorben, denn der älteste Bruder Albuin, der die väterliche Gaststätte übernommen hatte, stirbt 1724 mit 38 Jahren, ohne lebende Nachkommen. Die Schwester Maria heiratet und ändert damit den Namen. Nach dem Tod der Mutter 1732 erben nur Johann und Matthias. Da dies in den Unterlagen der Universität Innsbruck explizit erwähnt ist, ist davon auszugehen, daß es sich um eine größere Erbschaft handelte. Aus dem Schatzungsbuch des Oberamtes Simmern aus dem Jahr 1721 geht hervor, daß er einige Wiesen in Simmern erworben hat. Sein Handwerk brachte ihm damals 60 Gulden ein, sein Gesamteinkommen belief sich auf 65 Gulden. Er erbaute ein Gasthaus gleich gegenüber dem Schloß, den "Zum Churpfälzer Hof" und wird Gastwirt. Dieses Haus stand über 250 Jahre in kaum veränderter Form am Simmerner Schloßplatz. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Hausbrauerei aufgegeben, die Gaststätte aber bis Mitte 1970 weitergeführt. Dann wurde das Haus von dem Maria Johann Josef (Jupp) Hosp, einem direkten Nachkommen, verkauft.
 (Jupp Hosp war zu seiner Zeit ein bekannter Maler)
Es mußte dem Neubau der Volksbank weichen. Johann Hosp war auch noch zweiter Kirchenrechner in der katholischen Gemeinde. Er und später auch sein Sohn Johann wirkten 1749 bis 1752 bei der Erbauung der St. Josefskirche in Simmern mit.

Quellen:
Kirchenbuch Berwang 1
Kirchenbuch Simmern 2
Taufmatrikel vom 22.02.1717
Unterlagen am historischen Seminar der Universität Innsbruck
Lehrn-Brief vom 19.01.1717
Zwiebelberg: "Bürger und Einwohner der Stadt Simmern"
Böhmer (Hrsg):"Biochronik, Biographie und Chronik von Personen, Familien, Unternehmen" Simmern 1