Wappen

1427 wird der Name Hoschp in Berwang erstmals urkundlich erwähnt.
Aus dem  "Vermerkcht die aigenlewt in dem gericht Erenberg", welches Teil des     "Verzeichnis der Untertanen der Tiroler Landesfürsten im Inntal und Vintschgau vom Jahre 1427" ist, (Kodex oder Handschriftenband 12 im Landesarchiv Innsbruck Blatt 93) lassen sich vier "Stammfamilien" Hosp entnehmen, zu denen aber noch keine Verbindung hergestellt werden konnte:

 

 

Mang Hoschp mit Frau und Kind Wendl in Mitteregk, einem Weiler der Gemeinde   Berwang.

 

Vtz Hoschp mit Frau und Kindern Michl, Christl und Els.

 

Hainz Hoschp mit Frau und Kindern Hennsl, Christl und Barba.

 

Hanns Hoschp mit Frau und Kindern Oswalt, Kunigund, Elle, Burl und Greth; alle in Berwang.

 

Eigenleute gehörten einem Landesfürsten, einem Adligen oder einem Stift als Leibeigene und sind demgemäß zu Diensten verpflichtet. Diese Verzeichnisse der Eigenleute dienten meist dem Zweck, die Eigenleute und ihre Kinder zwischen verschiedenen Herren voneinander zu scheiden oder neu zu verteilen, wenn ein Mann und eine Frau verschiedener Leibherren sich verheiratet und Kinder bekommen hatten. Diese Eigenleuteverzeichnisse geben meist nur einen Teil der Einwohner bestimmter Orte an.

 

1279 verkauft "Rudofus Hospes" Bürger in Waldshut ein Grundstück

 

1420 wird einem Hosp auf Schloss Ehrenberg bei Reutte ein Wappen verliehen
(vgl. v. Häbensperger Wappenwerk Bd. 1 S 26, Staatsbibliothek München)

 

1473 wird im Allgäuer Geschlechterbuch, Bände 19 und 26, herausgegeben von Weitenauer in Kempten, über einen "Stef. Hoschp uss Berwang" berichtet.

 

Nach Finsterwalder "Die Familiennamen in Tirol" Schlern Schriften Nr. 81, Innsbruck 1951 leitet sich der Name entweder vom schwäbischen Wort "Hoschpes" für Gastwirt ab oder aus dem Klosterlatein (Hospes= Einwohner ohne Bürgerrecht, Hintersasse, Gast). Möglich sei auch eine Ableitung aus dem Urkundenlatein "Hospes" = Zugewanderte. In der Steuerliste des Gerichts Imst von 1275 wird in diesem Sinne "Hospes supra puehel" (=Gast über Puehel) mit 1 libra (= Pfund Berner oder Pfennige = 240 Stück dieser Münze) Steuer aufgeführt.
Puehel ist die Alp "Püchelbach" bei Berwang. In einem Verzeichnis des Klosters Isny im Allgäu (Allgäuer Geschlechterbuch s.o. Band 11,5) aus dem 13. Jh. wird "Hospes" neben lauter deutschen Berufsnamen aufgeführt

 

Etwa seit dem 13. Jh. wird Berwang von Bayuvaren (Bayern) aus der Gegend von Imst besiedelt. Im Außerferngebiet, zu dem Berwang gehört, ist der Name seit dem 16. Jh. stark verbreitet.

 

Weitere Quelle: Sprenger: "Berwang einst und jetzt", ohne Orts- und Jahresangabe.